Nature-Based Bank Protection in Practice: Experiences from German Estuarine Waterways
Schlagworte:
nature-based solutions, bank protection, waterways, estuary, case studiesÜber dieses Buch
Die Ufer der gezeitenbeeinflussten Bundeswasserstraßen sind unterschiedlichen land- und wasserseitigen Nutzungen ausgesetzt. Infolgedessen werden die Ufer häufig mit Schüttsteindeckwerken gesichert, um Ufer und Vorländer vor der schifffahrtsinduzierten Erosion zu schützen. Dies führt zum Verlust und zur Einschränkung der ästuartypischen Uferhabitate. Naturbasierte Lösungen zur Ufersicherung (NbS-BP) haben das Potenzial, die technischen Anforderungen der Ufersicherung mit ökologischen Funktionen zu verbinden. Dieser Artikel präsentiert anwendungsorientierte Empfehlungen für die am häufigsten umgesetzten Maßnahmentypen, die aus der Auswertung von Fallstudien sowie aus etabliertem theoretischem Wissen abgeleitet wurden.
Maßnahmen, die bereits an den gezeitenbeeinflussten Wasserstraßen in Deutschland angewendet werden, umfassen dabei Totholz- und Lebendbaumaßnahmen sowie Potenziale für die Schaffung ökologischer Trittsteine in und hinter Schüttsteindeckwerken. Aufgrund der oft hohen schiffsinduzierten Uferbelastungen erfordern Maßnahmen mit Totholz oder Pflanzen spezifische Fachkompetenz, praktische Erfahrung und konzeptionellen Einfallsreichtum. Ziel ist es, durch platzsparend eingesetzte technische Maßnahmen die vorherrschenden Randbedingungen so zu verändern, dass auch ökologische Regulierungsfunktionen wirken können und somit das Ufer nachhaltig vor Erosion schützen. An stark exponierten Standorten ist ein vollständiger Ersatz konventioneller Deckwerke durch NbS-BP aufgrund von hohen Unterhaltungskosten oder nicht vertretbarer Risiken häufig nicht realisierbar. In diesen Fällen können bestehende Steinschüttungen mit dem Potenzial kleiner ökologischer Trittsteine ausgestattet werden, um Mikrohabitate für standortheimische Pflanzen und Tiere zu schaffen. Obwohl es sich hierbei um unterhaltungsarme Optionen handelt, bleibt ihr ökologischer Wert in der Regel geringer als der von Lebendbau- oder Totholzmaßnahmen. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass NbS-BP in einem breiten Spektrum ästuariner Randbedingungen angewendet werden können; ihre Entwicklung und Leistungsfähigkeit bleiben jedoch standortspezifisch und sind mit höheren Unsicherheiten verbunden als konventionelle Ufersicherungen. Daher müssen Maßnahmentypen sorgfältig ausgewählt und an die jeweiligen lokalen Bedingungen angepasst werden, um die Unsicherheiten hinsichtlich Materialbeständigkeit und langfristiger Leistungsfähigkeit in Zeiten des Fachkräftemangels zu minimieren.
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