Integration von erweiterten Informationen in die statisti-sche Analyse am Beispiel von Flensburg: Einordnung des Wiederkehrintervalls des Sturmhochwassers vom 20./21.Oktober 2024

Autor/innen

Simon Beckmann
Hochschule RheinMain
Jürgen Jensen
Universität Siegen
Arne Arns
Hochschule RheinMain
Sebastian Niehüser
hochschule 21 Buxtehude

Schlagworte:

Ostsee, Integrierte Extremwertstatistik, Sturmhochwasser, Ostseesturmflut, historisches Ereignis, Statistik

Über dieses Buch

Am 20.-21. Oktober 2023 trafen außerordentlich hohe Wasserstände insbesondere die Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Die Frage nach dem statistischen Wiederkehrintervall für dieses Sturmhochwasser soll im Rahmen dieses Artikels beispielhaft für den Pegel Flensburg geklärt werden.

Die Ergebnisse von statistischen Analysen zur Häufigkeit bzw. zu Wiederkehrintervallen von Extremereignissen wie Sturmfluten oder Sturmhochwasser sind abhängig von der verfügbaren Datenbasis. So verändern sich die Ergebnisse, wenn weitere Informationsquellen, wie analoge Pegelaufzeichnungen, lokale historische Überlieferungen und räumliche Informationen benachbarter Pegel der Datenbasis hinzugefügt werden. Am Beispiel des Pegels Flensburg werden die Möglichkeiten aufgezeigt, die mit der Erweiterung der Datenbasis um solche Wasserstandsinformationen einhergehen. Ein zentrales Ergebnis ist, dass durch die Erweiterung der Datenbasis eine vertikale Verschiebungen der Verteilungsfunktion und Reduzierungen der theoretischen Modellunsicherheiten, insbesondere für seltene bzw. extreme Ereignisse auftritt, was wiederum zu Veränderungen der Abschätzung von Wiederkehrintervallen und Hochwasserrisiken führt. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, alle verfügbaren Informationen als integralen Bestandteil der extremwertstatistischen Analysen einzubeziehen, um möglichst objektive und robuste Ergebnisse erzielen zu können.

Für das Sturmhochwasser vom 20./21.2023, das in Flensburg zu einem Wasserstand von etwa 216 cm über dem Mittelwasser führte, wird ein Wiederkehrintervall von etwa 70 Jahren abgeleitet.

Besonders in Anbetracht des Klimawandels und der damit verbundenen Folgen für zukünftige Extremereignisse ist es von größter Bedeutung, dass die Bemessungsverfahren und -ereignisse für Küstenschutzanlagen auf qualitativ hochwertigen Wasserstandsdaten einschließlich historischer Informationen basieren.

Veröffentlicht

11 Juli 2025