Küstenschutz in Hörnum auf Sylt; eine Kausalkette?

Autor/innen

Jacobus Hofstede
MEKUN SH

Schlagworte:

Küstenschutz, Küstenrückgang, Schleswig-Holstein, Sylt, Hörnum

Über dieses Buch

Die Nordseeküste der Gemeinde Hörnum im Süden von Sylt unterliegt seit Jahrhunderten der Erosion und dem Küstenrückgang. Durch den Bau einer Ferienhaussiedlung zu Anfang der 1960. Jahre in den Dünen westlich der Ortslage wurde das Erfordernis von Küstenschutzmaßnahmen akut. In dieser Fallstudie werden die an der Nordseeküste von Hörnum seit 1962 umfassend erfolgten Küstenschutzmaßnahmen beschrieben. Ihre jeweilige Funktionalität und morphologische Auswirkungen werden diskutiert einschließlich der Frage, ob es sich bei den Maßnahmen um eine Kausalkette handelt.

Es wird geschlussfolgert, dass die untersuchten Küstenschutzmaßnahmen in Hörnum nur teilweise in ihren jeweiligen Ursachen zeitlich nacheinander gereiht und voneinander abhängig sind, weshalb insgesamt nicht von einer Kausalkette gesprochen werden kann. Weiterhin wird festgestellt, dass Maßnahmen zum Schutz der Ortslage Hörnum vor Küstenabbruch und Überflutung aus dem Westen auch ohne die Errichtung der Ferienhaussiedlung erforderlich geworden wären. Die umgesetzten Küstenschutzmaßnahmen haben ihren Zweck erfüllt, wobei sie zur Zeit Ihrer Umsetzung fachtechnisch angebracht waren und aus heutiger Sicht die effizienteste Küstenschutz-Lösung darstellen. Der Küstenschutz im Bereich der Hörnum-Odde hätte vermutlich auch mit weniger in die natürlichen Prozesse und in der Entwicklung eingreifenden Sandersatzmaßnahmen gewährleistet werden können. Diese Maßnahmen wären jedoch um ein Mehrfaches kosten-intensiver und hätten im Verlauf der Zeit einen zunehmend größeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zur gewählten Lösung zur Folge.

Veröffentlicht

7 August 2026