Wie hoch wäre der simulierte Wasserstand in der El-be unter Anwendung der atmosphärischen Bedin-gungen der Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 auf heutige und mögliche zukünfti-ge Randbedingungen?

Autor/innen

Elke Meyer
Helmholtz-Zentrum Hereon
Elisabeth Rudolph

Schlagworte:

Extreme Sturmflut, Küstenschutz, Elbe, 16./17. Februar 1962, 06. Dezember 2013, Meeresspiegelanstieg, Abfluss

Über dieses Buch

Die sehr schwere Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 gehört nicht mehr zu den zehn höchsten Sturmfluten in Hamburg.  Die Höhe der Wasserstände der Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 waren entlang der Elbe durch die damalige Deichhöhe limitiert und durch Deichbrüche sowie Überflutungen entlang der Elbe stark beeinflusst. Die Sturmflut vom 16./17. Februar 1962 wird mit heutigen Küstenschutzmaßnahmen in der heutigen Topografie neu simuliert, und der mögliche Wasserstand entlang der Elbe bestimmt. Der Wasserstand der neuberechneten Sturmflut von 1962 erreicht in Hamburg St. Pauli dieselbe Größenordnung wie die höchste bisher beobachtete Sturmflut vom 3. Januar 1976.  

Zur Verifikation des eingesetzten Modells der Deutschen Bucht und der Elbe wird die Sturmflut vom 6. Dezember 2013 in gleicher Weise mit der heutigen Topografie und mit Wind aus dem atmosphärische Reanalysedatensatz 20CRv3 modelliert und die Wasserstandsergebnisse mit Messungen verglichen. Die Erkenntnisse aus der Modellierung der Sturmflut 2013 fließen in die Modellierung der Sturmflut 1962 ein.

Zusätzlich werden verschiedene Sensivitätsstudien durchgeführt. So führt das Schließen der Sperrwerke an den Elbenebenflüsse zu einer Erhöhung des Sturmflutscheitelwasserstandes um bis zu 5 cm entlang der Tideelbe. Wird aus dem 20CRv3-Ensemble die extreme Wettersituation mit dem höchsten Wasserstand in Cuxhaven herausgesucht und als Antrieb zur Berechnung des Wasserstandes entlang der Elbe verwendet so erhöht sich der Sturmflutscheitelwasserstand in Cuxhaven um 10 bis 20 cm und in Hamburg St. Pauli 30 bis 40 cm.

Die Ergebnisse einer Sensivitätsstudie zum möglichen Meeresspielanstieg kombiniert mit möglichen Abflussszenarien der Elbe für die Sturmflut 1962 zeigen eine mögliche Bandbreite der durch den Klimawandel hervorgerufenen Veränderungen hoher Wasserstände entlang der Elbe. Durch den Meeresspiegelanstieg erhöhen sich die Sturmflutscheitelwasserstände bis tief in die Elbe hinein. Eine gleichzeitige Zunahme des Abflusses aus der Binnenelbe erhöht zusätzlich den Sturmflutscheitelwasserstand im oberen Bereich der Tideelbe.

Veröffentlicht

5 November 2026